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Radicofani

Auf dem Dorfplatz von Radicofani (hier steht auch eine romanische Kirche, die das Auge erfreut und das Herz erwärmt) findet sich eine Mauer mit einem Gedenkstein. Italien ist voll von Gedenksteinen, Grabsteinen und anderen steinernen Monumenten, als ob uns die Erinnerung schwerfiele und man uns gewisse Dinge ständig aufs Neue vor Augen führen müsste. Zum Beispiel die Tatsache, dass das Val d’Orcia als Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe gehört. Aber was bedeutet eigentlich „Kulturlandschaft“ im Katastrophen-Italien von heute? Dass man hier ein Stück davon bewundern kann, dass dieses Stück bis ins kleinste Detail verteidigt, bewahrt, geschützt und genossen gehört. Das ist unsere Pflicht und unser Recht. Und auch ohne dass wir alle uns in Ghino di Tacco verwandeln, der in der zweiten Hälfte des 13. Jh. wie Robin Hood von den Reichen nahm, um den Armen zu geben: Bewundern und genießen wir diese immense Schönheit und tun wir alles dazu, um sie vor Bau-Vergewaltigung, Spekulation und all den anderen italienischen Untaten zu schützen, die wir nur allzu gut kennen.

 

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Ein kleines Juwel, eingerahmt von den Hügeln des Val d’Orcia.Ganz allein, als könne nichts es berühren. Und doch steht es Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Denn gleich zweierlei wird hier angebetet: Gott. Und die Schönheit.

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